Schwarzach. (eh) „Euer Tanz, liebe Schäffler, hat ganz viel mit unserem Glauben zu tun, auch er brachte und bringt den Menschen zu allen Zeiten Freude, Hoffnung und Lebensmut“ , begann Pfarrer Hans-Jürgen Koller seine Ansprache beim Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin zum Jubiläum der Schäfflergruppe. Weitere Schäfflergruppen und die Ortsvereine feierten mit den Jubilaren ein prachtvolles Fest, bei dem auch der Wettergott sein Bestes tat und sich dem Zunftspruch der Schwarzacher Schäffler „oba heit ist koid“ vollends widersetzte.
Alle sieben Jahre tanzen die Schäffler nur, ihre Kunst besteht im Formen von tänzerischen Figuren, die sich Laube, Kreuz oder Krone nennen. Auch 2026 griff der sogenannte „Münchner Zyklus“, und verbunden wurde damit auch die Feier zum 130-jährigen Bestehen der Schäfflergruppe, die noch dazu seit dem Jahr 1997 sich als eigenständiger Verein etablieren konnte.
Voraus mit der Blaskapelle Degernbach reihten sich am Sonntag Ehrengäste, die Standartenpatin Jolanda Hafner-Jungmayer, der Schirmherr Georg Edbauer, die Schäfflergruppe und viele Ortsvereine ein, um im schneidigen Marsch zur Kirche zu ziehen.
Gestalteter Gottesdienst in der Pfarrkirche
Der feierliche Gottesdienst in der geschmückten Pfarrkirche war gestaltet von der Schäfflergruppe selbst, und für die musikalische Form brachte das Duo „Midanand“ besinnliche Musikstücke und Lieder in die Gestaltung ein. Der „Bojazzl*, Nicole Schatt, berichtete in einem ausgeschmückten Prolog vom Sinn, Handeln und der großen Freude beim Tanz der Schäffler mit Musik von Ort zu Ort und von Haus zu Haus. Als der Ortsgeistliche den Segen und die Weihe der Standarte vollzog, stand Jolanda Hafner-Jungmayer als Patin zur Seite.
Der Höhepunkt aber war anschließend der große Schäfflertanz im Schulhof mit der musikalischen Begleitung der Blaskapelle Degernbach und ihrer 42 Jahre alten Erfahrung. Zahlreiche Zuschauer waren gekommen, um die traditionellen Reigen und Tänze bewundern zu können. Dabei mischten auch die „Bojazzin“ tatkräftig mit, unterhielten das Publikum mit ihren Späßen, mengten sich unter die Tänzer oder schwangen ihre „Saublodan“. Anschließend ging es im Festzug schwungvoll zurück ins Bierzelt zum gemeinsamen Mittagessen, bei dem die Blaskapelle Hunderdorf mit flotten Klängen für beste Stimmung sorgte.
Festredner war Bundesminister Rainer
Festredner, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, würdigte die Tradition und die Lebenskultur, die so weitergetragen wird. „Was heute ein buntes, fröhliches Ereignis ist, war ursprünglich ein Mittel, um in schweren Zeiten die Menschen wieder zu vereinen. Wir wissen alle, der Ursprung des Tanzes geht zurück auf die Pestepidemie um das Jahr 1517. Heute verbindet diese Tradition Menschen über Generationen, wie auch in der Schäfflergruppe Schwarzach Jung und Alt zusammenhalten und mit Enthusiasmus, Leidenschaft und spaßiger Unterhaltung dieses wertvolle Brauchtum alle sieben Jahre zu pflegen.“ Stellvertretender Landrat Andreas Aichinger überbrachte die Grüße des Landrates und des Landkreises. „Wie damals zu Zeiten der großen Pest brauchen wir auch heute wieder den Gedanken der Zuversicht und den bringt ihr, liebe Schäffler, in unser Leben“, betonte Aichinger. Landtagsabgeordneter Josef Zellmeier würdigte ebenfalls die Tradition, die mit Ausdauer gepflegt wird und zurückgeht auf das Wirken eines Schäfflers in München, der die Initiative ergriff und die Menschen wieder zusammenführte.
Als offizieller Ausklang des Festes wurde am Nachmittag der Schäfflertanz zum letzten Mal in diesem Zyklusjahr aufgeführt und getanzt.

Die Schäffler zogen schneidig über den Marktort.

Patin Jolanda Hafner-Jungmayer bei der Weihe der Standarte

Der „Bojazzl*, Nicole Schatt, berichtete in einem ausgeschmückten Prolog vom Sinn, Handeln und der großen Freude beim Tanz der Schäffler mit Musik von Ort zu Ort und von Haus zu Haus