125 Jahre Arbeiterverein Schwarzach – Gründungsfest mit Verleihung der silbernen Ehrennadel

Schwarzach (els). Der Festakt zum 125-jährigen Bestehen des Arbeitervereins Schwarzach begann am Samstagnachmittag mit einem feierlichen Gottesdienst. In seiner Predigt hob Pfarrer Hans-Jürgen Koller hervor, dass die Werte des Vereins seit seiner Gründung nichts an Aktualität verloren hätten. Schließlich sei der Alltag vieler Menschen auch heute von Sorgen geprägt – sei es durch eine ungewisse Wirtschaftsentwicklung oder den Spagat zwischen Beruf und Familie.  Gerade in solchen Zeiten seien Vereine wie der Arbeiterverein der notwendige „soziale Kitt“ für die Gesellschaft. Koller dankte den Mitgliedern zudem für ihr Engagement, unter anderem als Himmelträger bei der Fronleichnamsprozession.

Im Anschluss segnete Pfarrer Koller die neuen Fahnenbänder. Nach den Prologen der vier Festdamen Marie Stahl, Pia Kopp, Lisa Ulrich und Teresa Mietaner wurden das Band der Fest- und Fahnenmutter Anna Venus, das Schirmherrnband von Rupert Venus, das von der Marktgemeinde gestiftete Trauerband sowie das Band des Festausschusses offiziell an Fahnenjunker Hans-Peter Stahl übergeben und an der Vereinsfahne angebracht.

Angeführt von der Blaskapelle Hunderdorf zog der Festverein nach dem Gottesdienst gemeinsam mit dem Schirmherrn, der Fest- und Fahnenmutter sowie den weiteren Ehrengästen zum Festzelt. Ihnen schlossen sich die örtlichen Vereine und die Arbeiter- und Handwerkervereine aus den Nachbargemeinden an.

Dort begrüßte der erste Vorsitzende Johann Stahl die zahlreichen Besucher. In seiner Festansprache blickte er auf die Anfänge des Arbeitervereins zurück, der im Jahr 1901 im „Wenninger’schen Gasthaus“ ins Leben gerufen wurde. Stahl betonte, dass Kameradschaft, Zusammenhalt und Geselligkeit die Werte seien, die seit der Gründung im Mittelpunkt stehen. In der Vereinschronik spiegeln sich die vielen Höhepunkte des gesellschaftlichen Lebens wider: Über die Jahrzehnte hinweg bereicherten Veranstaltungen wie die Josefi-Feste, die Adventsfeiern oder die Faschingsbälle das Dorfleben.

Der Landtagsabgeordnete Josef Zellmeier überbrachte in seinem Grußwort den Dank des Bayerischen Landtags für das geleistete Ehrenamt und überreichte dem Verein das Staatswappen des Landtags. Anschließend trugen sich die Verantwortlichen und Ehrengäste in das Goldene Buch der Marktgemeinde ein.

Erster Bürgermeister Georg Edbauer gratulierte im Namen der Gemeinde und wertete das voll besetzte Zelt als Zeichen der Anerkennung. Er hatte zudem eine besondere Überraschung im Gepäck und verlieh Johann Stahl, der den Verein seit rund 18 Jahren führt, die silberne Ehrennadel der Marktgemeinde Schwarzach. Neben zahlreichen Veranstaltungen habe er unter anderem die Gedenkstelen am aufgelassenen Friedhof initiiert und den Verein erstmals auch für Frauen geöffnet. Sichtlich erfreut kündigte der Vorsitzende an, der erhaltenen Urkunde einen festen Platz in seinem Wirtshaus zu geben, das er den örtlichen Vereinen seit jeher gerne für Versammlungen zur Verfügung stellt.

Auch Schirmherr Rupert Venus richtete das Wort an die Gäste. Er hatte in Zusammenarbeit mit Maria Höpfl die Festschrift erstellt, die entsprechende Seite im Goldenen Buch künstlerisch gestaltet und zudem die im Festzelt angebrachten Zunftzeichen selbst gemalt. Venus betonte, dass es ihm eine große Ehre gewesen sei, nach 25 Jahren erneut das Amt des Schirmherrn zu übernehmen.

Andreas Aichinger, Bürgermeister der Nachbargemeinde St. Englmar und Mitglied des Kreistags, hob in seinem Grußwort hervor, dass er selten einen Schirmherrn erlebt habe, der sich im Vorfeld so tatkräftig eingebracht habe.

Zum Abschluss des offiziellen Teils bedankte sich Vorsitzender Johann Stahl bei allen Helfern, ohne deren unermüdlichen Einsatz ein solches Fest nicht möglich gewesen wäre. Unter dem Applaus des gesamten Zeltes wurde der Festverein auf der Bühne gefeiert, ehe die Veranstaltung mit den Musikanten Elmar und Franz in den gemütlichen Teil überging.

Bürgermeister Georg Edbauer überreichte Johann Stahl (links) die silberne Ehrennadel der Marktgemeinde samt Urkunde für sein langjähriges Engagement im Arbeiterverein.

Eintrag ins Goldene Buch der Marktgemeinde: (stehend v. l.) Vorsitzender Johann Stahl, dritter Bürgermeister Gottfried Baier, Schirmherr Rupert Venus, Andreas Aichinger, Pfarrer Hans-Jürgen Koller, MdL Josef Zellmeier und der stellvertretende Vorsitzende Otto Mietaner. Vorne sitzend: Fest- und Fahnenmutter Anna Venus sowie erster Bürgermeister Georg Edbauer.

Marie Stahl beim Anheften des Bands der Festmutter an die Fahne.

Zahlreiche Teilnehmer gingen beim Festzug durch das Dorf.

Text: Lisa Staudinger

Bildnachweis: Alexandra Linzmeier